Rund 7400 SharePoint Professionals sind diese Woche nach Las Vegas an die SharePoint Conference 09 gepilgert, um aus erster Hand alles Neue zum kommenden 2010er Release von SharePoint zu erfahren. Um deutlich zu machen, wie wichtig das Produkt für Microsoft ist, liess es sich CEO Steve Ballmer nicht nehmen, persönlich in die Casino-Stadt in der Wüste von Nevada zu reisen, um die Keynote abzuhalten.
In seiner Rede machte der Microsoft-Chef denn auch klar, dass SharePoint in immer mehr Unternehmen eine wichtige Rolle spiele und zu einer zentralen Drehscheibe für eine Vielzahl von Collaboration und Business-Anwendungen heranwachse. SharePoint 2010 sei der umfassendste und wichtigste Release in der der rund 10jährigen Geschichte des Produktes.
Steve Balmer: "By taming the overflow of information across systems and technologies, SharePoint enables organizations to thrive"
SharePoint 2010 wartet dementsprechend mit einer regelrechten Flut an Neuerungen auf, die sich über alle Einsatzgebiete des Produktes erstrecken. Die Redmonder haben bei der Überarbeitung von SharePoint auch darauf geachtet, viele Schwachstellen und Ärgernisse auszumerzen und die Plattform vor allem in Bereichen auszubauen, in denen die Konkurrenz bislang deutlich Oberhand hatte. Dazu zählen insbesondere Verbesserungen beim Enterprise Content Management, Workflow, Social Networking und bei den Entwicklungswerkzeugen in Kombination mit Visual Studio 2010.
Einige wichtige Fakten aus der Keynote:
- Public Beta kommt am 18. November (inkl. Office 2010). Anmelden kann man sich hier.
- Geplante Verfügbarkeit: 1. Halbjahr 2010 (wohl eher gegen Ende des 2. Quartals)
- SharePoint 2010 ist 64-bit only und setzt Windows Server 2008 R2 voraus (war allerdings schon länger bekannt)
- Die Windows SharePoint Services heissen neu SharePoint Foundation 2010
- MOSS 2007 heisst neu SharePoint Server 2010
- Das Cloud-Computing-Angebot SharePoint Online wird ausgebaut und kann mit eigenen Entwicklungen erweitert werden
- Es wird neue SKUs speziell für öffentliche Internet-Auftritte geben, sowohl On-premise als auch als Cloud-Angebot
- Visual Studio 2010 und SharePoint Designer 2010 sind nicht kompatibel mit SharePoint 2007
Das aus SharePoint 2007 bekannte Donut-Diagramm, mit denen die Kernbereiche des Produktes verdeutlicht werden sollen, wurde komplett umgekrempelt. Die Disziplinen von SharePoint 2010 teilen sich neu in die folgenden Gebiete auf:
Die neuen Kernbereiche von SharePoint 2010
Nachfolgend ein Auszug der der Neuerungen geordnet nach den verschiedenen Disziplinen des neuen Donuts:
Sites: Einheitliche Infrastruktur für Intranet-, Extranet- und Internet-Sites
- Ribbon Interface
- AJAX-Support und In-place Editing
- Verbesserter Offline Support
- Verbesserte Integration mit Office 2010
- Hosting der Office Web Applications
Communities: Social-Computing und Networking
- User Profiles (Facebook-ähnliches Socal Networking)
- Tagging, Rating und Social Bookmarking
- Status Updates und Lifesstreaming von Aktivitäten
Content: Enterprise Content Management
- Besserer Support für Bibliotheken mit einer grossen Anzahl von Dokumenten (bis zu 10 Mio. Objekte)
- Dokument Sets (Zusammenfassen von Dokumenten zu Kollektionen)
- Enterprise Metadaten (zentral verwaltete Taxonomien basierend auf dem Tagging-System)
- Eindeutige Nummerierung von Dokumenten
- Stark verbessertes Records- und Policy-Management
Search: Enterprise Search
- Wild-Card-Search (z.B. “Share*”)
- Verbesserte Relevanz (Auswertung der Social Behavior)
- Mehr Optionen bei der People Search
- Optionale Fast Search Server mit hoher Skalierbarkeit
Insights: Business Intelligence
- Verbesserte Excel Services (Pivoting, Heatmaps etc.)
- Integrierte PerformancePoint Services
- SQL Server PivotPoint (“Gemini”) für die Auswertung von grossen Datenmengen
- Visio Services (etwa für die Echtzeitvisualisierung von Modellen)
Composits: Im RAD-Stil entwickelte, eigene Anwendungen
- Komplett überarbeiteter SharePoint Designer (neuer Workflow Designer, BCS-Editor)
- Verbesserte InfoPath Forms Services
- Access Services (Publizieren von Access Datenbanken auf SharePoint Sites)
- Business Connectivity Services (BDC-Nachfolger, erlaubt neu das Zurückschreiben von Daten
Sehr viele Neuerungen gibt es auch für Entwickler und Administratoren. SharePoint-Developer erhalten mit Visual Studio 2010 Werkzeuge mit nativer SharePoint-Unterstützung. Ausserdem gibt es ein besseres Application Lifecycle Management, Sandboxing für Solutions (WSPs), neue SharePoint APIs und das Developer Dashboard, das beim Debugging hilft. Administratoren kommen unter anderem in den Genuss einer umfassenden Powershell-Unterstützung, besserer Monitoring und Analyse-Werkzeuge und von Hilfen beim Upgrade auf SharePoint 2010. Ausserdem gibt es zahlreiche Verbesserung an der Architektur, die insbesondere die Skalierbarkeit und Flexibilität des Produktes erhöhen soll.
Wir werden in den kommen Tagen und Wochen in diesem Blog ausführlich über die verschiedenen Neuerungen im Detail berichten. Um auf dem Laufenden zu bleiben, abonnieren Sie am besten unseren RSS-Feed oder folgen uns via Twitter.
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