Die neuen SharePoint 2010 SKUs

Microsoft plant SharePoint 2010 gegen Ende des ersten Halbjahres 2010 in neuen Varianten und teilweise mit neuen Produktnamen auf den Markt zu bringen. Neben den Editionen für den Betrieb Vorort (On-Premise) werden auch die Cloud-Computing-Angebote ausgebaut. Auf dem Programm stehen folgende SKUs:

  • SharePoint Foundation 2010: Die Windows SharePoint Services (WSS) heissen neu SharePoint Foundation. Wie bisher stellen sie SharePoint-Basisfunktionen wie Bibliotheken, Listen, Alerts oder das Webpart-Framework zur Verfügung und lassen sich bereits für die Umsetzung von “einfacheren” Collaboration-Lösungen wie Team- oder Projektsites, Wikis oder Dokumentenmanagement einsetzen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde das Spektrum der SharePoint Foundation sogar noch etwas erweitert. Prominentester Zuzug sind die Business Connectivity Services (BCS), über die sich Daten von externen Systemen (Datenbankserver, ERP, CRM etc.) einbinden lassen. Sie stehen nun bereits auf der Ebene der SharePoint Foundation bereit. Die Vorgängertechnologie BDC (Business Data Catalog) gab es bislang nur mit MOSS 2007 (+ Enterprise CALs). Der WSS-Nachfolger wird weiterhin als kostenloses Add-on zu Windows Server 2008 erhältlich sein.
  • SharePoint Server 2010: Das Akronym MOSS, das für Microsoft Office SharePoint Server stand, gibt’s nicht mehr. Die “grosse” SharePoint-Variante heisst nun schlicht und einfach SharePoint Server 2010. SPS 2010 ist für unternehmensweite Intranet-Anwendungen gedacht und erweitert die Foundation um Funktionen wie etwa Enterprise Search, Enterprise Content Management, Social Computing oder Business Intelligence. Wie bisher wird es weiterhin zwei verschiedene Varianten von Client Access Lizenzen (Standard und Enterprise) mit unterschiedlichem Funktionsumfang geben.
  • SharePoint Server 2010 for Internet Sites: Diese neue SharePoint-Edition ist, wie der Name bereits vermuten lässt, für öffentliche Webauftritte und Extranets gedacht. Neben einer Enterprise-Version plant Microsoft auch eine abgespeckte, dafür preiswertere Standard-Variante auf den Markt zu bringen, die für einfachere Websites ausreichen soll.
  • Fast Search Server: Die im letzten Jahr akquirierten Search-Produkte von Fast wird es künftig als Add-on zum SharePoint Server geben. Sie erweitern die bereits integrierten Suchdienste des SharePoint Servers 2010 um High-End-Funktionen wie hohe Skalierbarkeit, bessere User Experience und diversen Finetuning-Möglichkeiten. Microsoft gibt an, das mit Fast Search mehrere Milliarden Objekte in den Suchindex aufgenommen und mehrere Tausend Suchanfragen gleichzeitig bearbeitet werden können. Zudem bietet Fast eine noch bessere Suchnavigation, die helfen soll, schneller an die gewünschten Inhalte heran zu kommen. Den Fast Search Server wird es sowohl in einer Intranet als auch in einer Internet-Variante für öffentlichen Webauftritte geben.
  • Search Server 2010 und Search Server Express 2010: Auch die bisherigen Suchserver Search Server sowie dessen kleiner Bruder Search Server Express werden in neuen, überarbeiteten Fassungen auf den Markt kommen. Der Search Server 2010 ist für Firmen gedacht, welche nicht die gesamte Funktionalität des SharePoint Servers benötigen und lediglich dessen Suchdienste einsetzen möchten. Die einfachere Express-Version ist auf Single-Server Einsätze limitiert, bietet keine BCS-Anbindung und eignet sich auch als Ergänzung zur SharePoint Foundation.
  • SharePoint Online: Microsoft will auch ihre Cloud-basierten SharePoint-Angebote weiter ausbauen. Neben dem Standardangebot SharePoint Online, dessen Funktionsumfang in etwa zu 90 Prozent (bislang 50 Prozent) der On-Premise-Variante des SharePoint Servers 2010 entspricht, wird es neu ebenfalls eine spezielle Version (SharePoint Online for Internet Sites) für den Betrieb von Websites geben. Interessant an der 2010er Ausgabe von SharePoint Online ist, dass man nun wesentlich mehr Möglichkeiten hat, diese mit eigenen Lösungen (mit Hilfe der neuen Sandboxed Solutions) zu erweitern.
  • SharePoint Designer 2010: Das Entwicklungswerkzeug für Poweruser wurde sehr stark überarbeitet und kommt unter anderem mit dem neuen, aus Office 2007 bekannten Ribbon-Interface, besserer Workflow-Unterstützung (wiederverwendbare Workflows) sowie Editoren für BCS, Listen und Content Types. SharePoint Designer 2010 soll weiterhin kostenlos verfügbar sein.
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Was ist neu für Entwickler? Ein erster Blick auf SharePoint 2010 (Teil 2/2)
SharePoint 2010: Die Neuerungen aus Enduser-Sicht

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Tweets that mention Die neuen SharePoint 2010 SKUs | Bertschy Informatik TechBlog -- Topsy.com
    27. Oktober 2009 14:37

    […] This post was mentioned on Twitter by Urs Bertschy, Bertschy Techblog. Bertschy Techblog said: Die neuen SharePoint 2010 SKUs http://ow.ly/15XAb0 […]

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  • […] SharePoint 2010 kommt mit einer ganzen Palette an Services. Dabei wurden die aus dem SSP-Modell bekannten Dienste wie Suche oder User Profile auf das Servicemodell umgestellt. Es sind aber auch einige neue Dienste wie etwa die Managed Metadata Services (zentrale Verwaltung von Keywords) oder die Visio Services hinzugekommen. Interessant ist, dass die Business Data Services (BCS), gedacht für die Integration von externen Datenquellen, nicht mehr Käufern der Enterprise Edition vorbehalten, sondern bereits in der Basisversion SharePoint Foundation enthalten sind. Nachfolgend ein Überblick über die in SharePoint integrierten Service Applications geordnet nach SharePoint SKUs: […]

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  • SharePoint 2010 Versionen…

    Original: http://www.bertschy.ch/2009/10/die-neuen-sharepoint-2010-skus Mit SharePoint 2010 werden wir…

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  • SharePoint 2010 und Office 2010 ab 12. Mai verfügbar | Bertschy Informatik TechBlog
    8. März 2010 14:47

    […] Die neuen SharePoint 2010 SKUs […]

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