Selbstbedienungs-BI mit PowerPivot

Mit PowerPivot bringt Microsoft für SharePoint 2010 und Excel 2010 ein neues Self-Service-Datenanalyse-Werkzeug auf den Markt. Endanwender sollen damit in der Lage sein, selbständig BI-Analysen mit grossen Datenmengen aufzubereiten, ohne dabei auf das Know-how von BI-Entwicklern oder Datenbankspezialisten zurückgreifen zu müssen.

Konkret setzt sich PowerPivot aus einer Reihe von Client- und Server-Komponenten zusammen, die im gegenseitigen Zusammenspiel die Umsetzung solcher BI-Lösungen ermöglicht. Das Herzstück bildet dazu eine auf den SQL Server Analysis Services (SSAS) basierende Komponente, die einerseits clientseitig als Teil eines Add-ins für Excel 2010 und andererseits als serverseitige Service-Anwendung für SharePoint 2010 zur Verfügung steht:

  • Excel 2010: Mit Hilfe des PowerPivot-Add-ins wird man mit Excel 2010 (64-Bit-Version) in der Lage sein, mehrere 100 Millionen Datensätze zu verarbeiten. Gleichzeitig stellt es ein Import-Framework zur Verfügung, mit dem Daten aus unterschiedlichen Quellen (SQL Datenbanken, Access, Excel, Data Feeds etc.) eingelesen werden können. Importierte Daten, die sich auch miteinander verknüpfen lassen, können mit Pivot-Tabellen und -Charts ausgewertet und visualisiert werden. Um Endanwendern den Umgang mit der Pivot-Technik zu erleichtern, werden neue Slicer-Controls angeboten, die sich direkt auf dem Spreadsheet in die Anwendung einbetten lassen. Für weitergehende Auswertungen und Analysen stellt das Add-in die Data Analysis Expression Language (DAX) zur Verfügung, mit der sich Datenabfragen formulieren lassen. Punkto Funktionalität entspricht DAX in etwa den Multidimensional Expressions (MDX) des SQL Servers, ist aber an der Formelsyntax von Excel angelehnt und daher für Endanwender viel einfacher zu bedienen. Einmal definierte PowerPivot-Anwendungen können für die spätere Verwendung gespeichert werden und lassen sich in regelmässigen Intervallen aktualisieren.
  • SharePoint 2010: Mit Excel 2010 erstellte PowerPivot-Anwendungen können den Benutzern direkt über SharePoint-Dokumentbibliotheken zur Verfügung gestellt werden. Um Endanwendern die Auswahl der passenden Auswertung zu erleichtern, gibt es eine auf Silverlight basierende PowerPivot-Gallery, in der man durch die verfügbaren Auswertungen (Snapshot-Ansichten) blättern kann.  Die zur Verfügung gestellten PowerPivot-Spreadsheets können serverseitig verarbeitet und mit den Excel Services gerendert werden. Der Benutzer muss also nicht zwingend über Excel 2010 auf dem eigenen Rechner verfügen. Praktisch: Über einen Schedule-Dienst können in SharePoint 2010 gespeicherte PowerPivot-Anwendungen automatisch mit den neuesten Daten versorgt und aktuell gehalten werden.
PowerPivot_in_SharePoint

Mit PowerPivot for SharePoint 2010 können BI-Analysen über die Excel Services zur Verfügung gestellt werden.

Das bislang auch unter dem Codenamen “Gemini” bekannte Projekt kommt direkt aus der Küche des Analysis-Services-Teams, das für die Datawarehousing-Technologien in SQL Server  verantwortlich ist. Aus diesem Grund wird PowerPivot nur im Rahmen des am 6. Mai 2010 erscheinenden SQL Server 2008 R2 erhältlich sein. Einen Überblick über die weiteren Neuerungen in SQL Server 2008 R2 finden Sie hier.

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