Einführung in Office 365 (1): Start zur Serie und Überblick

by Urs Bertschy on 9. Mai 2011

in Cloud Computing, Office 365, SharePoint 2010

Mit Office 365 wird Microsoft im Laufe dieses Jahres ihr neues Cloud-Angebot für den Büroarbeitsplatz lancieren. Seit Mitte April ist der Dienst als Beta für jedermann zugänglich und kann bis 30 Tage nach Erscheinen  der finalen Version auf Herz und Nieren getestet werden. Im Rahmen einer Blog-Serie werde ich in den kommenden Wochen die Möglichkeiten und Funktionen aber auch die Grenzen und Stolperfallen von Office 365 genauer beleuchten. Ausserdem möchte ich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Plänen und Editionen sowie die Abweichungen des Funktionsangebots zu den jeweiligen On-Premise-Varianten von Exchange, SharePoint und Lync aufzeigen.

Überblick über die geplante Serie:

Was ist Office 365?

Von der Bezeichnung “Office” im Namen von Microsofts neuem Cloud-Dienst sollte man sich nicht verwirren lassen: Bei Office 365 handelt es sich nicht um einen Cloud-Ableger der klassischen Office-Suite, sondern um den Nachfolger der Business Productivity Online Suite (BPOS), der die Online-Varianten von Microsofts Kollaborationsservern Exchange, SharePoint und Lync unter einer gemeinsamen Umgebung zusammenführt.

Office 365 Start Screen

Ergänzend dazu kann man die Professional Plus Edition von Office 2010 im Rahmen des Office-365-Angebots erstmals auf Basis eines Abonnements (genannt User Subscription License; ULS) beziehen. Dabei handelt es sich aber um die herkömmlichen Office-Anwendungen, die nach wie vor auf dem Client installiert werden. Die Office Web Apps (Word, Excel, PowerPoint und Online) sind zwar im Rahmen von SharePoint Online ebenfalls im Angebot enthalten, leiden aber im Vergleich zur “echten” Office-2010-Suite unter einem noch recht stark eingeschränkten Funktionsumfang.

Office 2010 wird für die Nutzung von Office 365 zwar nicht zwingend vorausgesetzt, ist aber spätestens dann unabdingbar, wenn Content (Spreadsheets, PowerPoint-Slides etc.) erstellt werden muss oder Daten im Offline-Betrieb genutzt werden sollen.

Bei Office 365 geht es also primär um das Outsourcing von Serversoftware in die Microsoft-Cloud, was in den IT-Abteilungen der Unternehmen, die sich dann nicht mehr selber um den Betrieb von Serversystemen kümmern müssen, vor allem die Kosten senken und Ressourcen für andere Aufgaben freilegen soll.

Die Komponenten von Office 365

Konkret setzt sich Office 365 aus den folgenden Bausteinen zusammen:

  • Exchange 2010 Online: E-Mail, Kalenderfunktionen, Kontaktmanagement, Outlook Web Access (OWA)
  • SharePoint 2010 Online: Intranet Portal, Collaboration, Dokumentenverwaltung, Enterprise Content Management, Enterprise Search, Workflow und mehr.
  • Lync 2010 Online: Instant Messaging, Echtzeit-Konferenzen, PC-zu-PC-Voice und -Audio-Kommunikation
  • Office Professional Plus: Desktop-Office-Anwendungen (bestehend aus Word, Excel, PowerPoint, Outlook, OneNote, Publisher, Access, InfoPath, SharePoint Workspace and Lync)
  • Office Web Apps: Funktional eingeschränkte Web-Ableger der Office-Anwendungen (bestehend aus Word, Excel, PowerPoint und OneNote), die innerhalb von SharePoint Online zur Verfügung stehen.

Ergänzt werden diese Produkte durch eine Administrationsumgebung, über die man unter anderem Benutzer, Berechtigungen, Abonnements, Policies und die Konfiguration der Online-Server selber verwalten kann. Microsoft kümmert sich um Dinge wie den Betrieb, Backups, Sicherheit, Verfügbarkeit und Updates (mehr dazu in Teil 3).

Office 365 Administrationsumgebung

Office 365 wird es in unterschiedlichen Varianten (Small Business, Enterprise und Education) und mit unterschiedlichen Abo-Plänen geben. Mehr dazu im nächsten Blogpost: “Einführung in Office 365 (2): Editionen und Abo-Pläne”.

Previous post:

Next post: